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am 3. Dezember 2014

Lebensqualität statt Durchzugsverkehr

Alexander Spritzendorfer - Nach Berichten über ein angeblich drohendes Verkehrschaos in der Lammgasse meldet sich nun eine Allianz an BefürworterInnen der Einbahnumdrehung in der Lange Gasse zu Wort. Sophie Pfusterschmid, Erik Nussbaum (Lebensraum Lange Gasse) und Alexander Spritzendorfer (Grüne) sehen in der Maßnahme eine Chance zur Reduzierung des Durchzugsverkehrs und zur Erhöhung der Lebensqualität in der Josefstadt.

Die Lange Gasse hat sich über die Jahrzehnte als Ausweichroute für den Autoverkehr und zu einer wachsenden Belastung für Bezirk und Bevölkerung entwickelt. Täglich fahren bis zu 6.000 Autos, aus dem Norden kommend über die Lange Gasse, durch den Bezirk in Richtung 2er-Linie und Karlsplatz. Glaubt man den Berechnungen der zuständigen Magistratsabteilung 46, so wird der Verkehr durch die verkehrsberuhigenden Maßnahmen in der Mariahilferstraße zunehmen. „Verantwortungsvolle Politik muss diesen Veränderungen Rechung tragen,“ so Alexander Spritzendorfer, stv. Bezirksvorsteher „die veränderte Einbahnführung in der Lange Gasse ist eine Maßnahme, den Durchzugsverkehr durch Wohngebiet zu reduzieren und auch die Lerchenfelderstraße zu entlasten!“

Seit rund zwei Jahren beschäftigt sich die Bezirksvertretung Josefstadt mit der Möglichkeit einer Einbahnumdrehung der Lange Gasse zwischen Laudongasse und Florianigasse. Die Bedenken und Einwände wurden sorgfältig geprüft, das Projekt mehrfach überarbeitet und ergänzt. Grünes Licht gibt es mittlerweile auch seitens der zuständigen Magistratsabteilungen. Die Bezirksvertretung hat sich bereits im März einstimmig für einen sechs-monatigen Probebetrieb mit veränderter Einbahnführung ausgesprochen. An ein Verkehrschaos in Lammgasse oder Lederergasse glaubt Erik Nussbaum nicht: „Durch das geplante Abbiegegebot von der Lange Gasse Richtung Süden in die Laudongasse und dem Abbiegeverbot aus der Laudongasse stadtauswärts in die Lederergasse soll das verhindert werden.“

Im Probebetrieb wird sich weisen, ob der Verkehr in der Lammgasse nicht vielleicht sogar abnimmt, immerhin dient die Lammgasse schon jetzt als Schleichweg von der Florianigasse in die Laudongasse. „Sinn der Maßnahme ist ja die Verbesserung der Lebensqualität der AnrainerInnen durch die Reduktion des Durchzugsverkehrs von Döbling Richtung Karlsplatz!“ so Heribert Rahdjian (Echt Josefstadt).

„Eine auf Spekulationen beruhende Diskussion über die Auswirkungen der Einbahnumdrehung ist wenig sinnvoll. Wir erwarten uns eine fachlich fundierte Diskussion über die Vor- und Nachteile, basierend auf den Erfahrungen aus dem Probebetrieb. Aus diesen Erkenntnissen soll eine möglichst gute Lösung zur Verbesserung der Lebensqualität in diesem Bereich der Josefstadt gefunden werden.“ so Sophie Pfusterschmid von der Agendagruppe Lange Gasse.

Tatsächlich bemüht sich eine Bürgerinitiative seit über 30 Jahren um verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Lange Gasse. Seit fast 2 Jahren sammelt eine Agendagruppe Unterschriften, Ideen, Anregungen und die Anliegen der BürgerInnen. „Dass jede Veränderung Zeit benötigt ist klar“, so Pfusterschmid „im Falle der Lange Gasse ziehen sich die Verhandlungen allerdings schon sehr lange hin. Der erste Antrag im Bezirksparlament wurde bereits im Jänner 2012 gestellt, der Probebetrieb zur Einbahnumdrehung war für den 1. Juni 2013 geplant. Wir glauben, dass der Probebetrieb viele Befürchtungen widerlegen und von den AnrainerInnen gut angenommen werden wird.“

Zusätzliche erwarten sich die Befürworter des Probebetriebs eine Verbesserung für die Straßenbahnlinie 2 erwartet, da derzeit viele Autofahrer über die Josefstädter Str. zur 2er-Linie fahren und die Haltestelle Auerspergstraße behindern. „Auch für die unübersichtliche Kreuzung Lange Gasse/Laudongasse erwarten wir Verbesserung durch den Probebetrieb.“ so Pfusterschmid abschließend.